Grüß Gott!

Foto (c) R.Schulz

Grüß Gott und herzlich willkommen auf unserer Homepage!

St. Markus hat viele Gesichter und Menschen, die das Gemeindeleben mitgestalten. Diese Gemeinde mitten im Herzen von München bietet eine große Vielfalt an Begegnungen und Erfahrungen. Dabei gibt es vieles aus dem Leben unserer Kirche zu erzählen. Einmal im Monat stellt sich an dieser Stelle eine Person aus unserem großen Markus-Team mit seinen ganz persönlichen Eindrücken vor.

Link zu den gesammelten Texten.

  


 

Engel

Sie sind an Weihnachten nicht wegzudenken, berauschen mit ihrem Flügelkostüm, verkünden die himmlische Botschaft und wurden im Laufe der Zeit zum Abbild der Verbindung zwischen Himmel und Erde, zu Botengängern zwischen zwei Welten: Die Engel.

Engel sind in diesen Tagen bitter nötig. Grenzgänger, die Welten verbinden. Menschen, die den Himmel öffnen für diejenigen, die nur noch bis zum Horizont ihrer irdischen Mühsal schauen können. Menschen, die Himmelsworte an Orten sprechen, wo nur noch der Ton der Verzweiflung und Resignation herrscht. Menschen, die sich wie die Weihnachtsengel mitten unter das Hirten-„Prekariat" mischen und mit aller himmlischen Vollmacht vom Anbruch heilvollerer Zeiten sprechen. Menschen, die der weltgeborenen Botschaft in Fleisch und Blut mit Wort und Tat Ausdruck verleihen und spürbar machen, dass es sich bei der Offenbarung unserer Religion nicht nur um Austausch von diplomatischen Grußadressen zwischen Himmel und Erde handelt, sondern um den Beginn einer weltverändernden Nachfolge-Bewegung.

Botschafter zwischen Himmel und Erde zu werden, bedeutet in beiden Sphären Heimat zu finden; sich nie einseitig einzunisten. Engel haben Flügel und Füße. Sie kennen die Schönheiten und Abgründe dieser irdischen Welt und haben sich mit ihren wachsenden Flügeln auch immer wieder aufgeschwungen in die Höhen der göttlichen Wirklichkeit.

Das „Engel-Sein" entsteht nicht jenseits, sondern in den Erfahrungen dieser Welt. Engelfüße wachsen im Bodenkontakt mit der irdischen Realität. Doch Himmelswesen bleiben darin nicht stehen, sondern leihen sich ihre Flügel und Beschwingtheit durch den Blick in die Weite des Himmels, einer anderen, aber nicht weltabgewandten Realität.

Unser Gott hat an Weihnachten Füße bekommen und uns Flügel verliehen. An Weihnachten feiern wir diese unerschütterliche Verbindung zwischen Himmel und Erde, zwischen Mensch und Gott. „Oh Heiland reiß die Himmel auf" – dieser adventliche Wunsch wird wahr und wir dürfen vertrauen, dass es immer wieder passiert.

In diesem Sinn „Engelsgrüße", eine beflügelte Advents- und Weihnachtszeit

 

Pfarrer Olaf Stegmann

Ihr Pfarrer Olaf Stegmann.