Das Ewige im Jetzt - Kunst und Religion im Dialog

Eine Kooperation von Pinakothek der Moderne, St. Markus, Evangelischer Studentengemeinde (ESG) der LMU, Evang.-Luth. Dekanat München und Evangelischer Stadtakademie.

  

Samstag, 2. April
„Die Würde des Menschen ist unantastbar" - Jeff Wall und die Inszenierung des Realen

Dialogführung mit Jochen Meister und Martina Rogler

Der kanadische Künstler jefiWalI (geb. I946) gilt als ein Meister des akribisch erschaffenen Bildes, das in Anspielungen und Symbolen gesellschaftliche und menschliche Situationen reflektiert. Die Veränderungen seiner Heimatstadt Vancouver, die beispielhaft für ein System von Gewinnern und Verlierern stehen, hat er in einem seiner bekanntesten Werke thematisiert. Mit dem Einzug der Digitalisierung wurde diese Arbeit mit neuen Akzenten versehen, die auf das aktuelle Thema der Migration ebenso wie der Gentrifizierung verweisen. Dabei bleibt die Grundaussage aber eine universelle — was für unsere Veranstaltung zum Zitat von Artikel eins des deutschen Grundgesetzes verleitet.

15.30 Uhr: Musikalische Intonation in St. Markus mit Christoph Reiserer, Saxophon
16.00 Uhr: Pinakothek der Moderne

 

Samstag, 7. Mai
„Am Anfang steht das Wort..." - The Good, The Bad, The Ugly 
Konstantin Grcic und der kreative Prozess

Der Münchner Konstantin Grcic (*I965) gilt als einer der einflussreichsten Designer der Gegenwart. Seine Entwürfe zeichnen sich durch ein Höchstmaß an technischer Innovation. Präzision. Materialeffizienz und Formvollendung aus. Bekannt wurde er mit neuen und manchmal unerwarteten Kombinationen. von Form. Material und Produktionstechnologien. z. B. für den Stuhl „Mytho“ (Spritzguss) oder die Lampe „Mayday“ (Polypropylen).Seine Werke stellen neue Möglichkeiten kreativen Arbeitens in den Fokus, die auf Prozess und Kooperation, ständiges Hinterfragen und Verbessern ausgerichtet sind. Doch warum steht die Ausstellung im Paternosterraum der Pinakothek unter dem Titel „The Good, the Bad, the Ugly“?

Dialogführung mit Dr. Angela Opel und Jutta Höcht-Stöhr

15.30 Uhr: Musikalische Intonation in St. Markus mit Daniel Schmid, Saxophon, und Benjamin Bärmann, Perkussion
16.00 Uhr: Pinakothek der Moderne 

 

Samstag, 4. Juni
Johann Andreas Wolff: Theater der Emotionen

Wolff war kurfürstlicher und fürstbischöflicher Hofmaler und an vielen Kirchen- und Klosterausstattungen in Bayern und Österreich beteiligt. Was hat dieser barocke Großkünstler, dessen religiöse Themen von den Auftraggebern vorgegeben waren, einer weitgehend säkularen Welt zu sagen? Wo vermögen seine Zeichnungen und Entwürfe an Saiten zu rühren, die auch heute in uns klingen — und zugleich überzeitlich wirken?

Dialogführung mit Dr. Uta Piereth, Kunsthistorikerin, und Dr. Michael Preß, Hochschulpfarrer

15.30 Uhr: Musikalische Intonation in St. Markus mit Tobios Frank, Orgel
16.00 Uhr: Pinakothek der Moderne 

 

Samstag, 2. Juli

Die (Über-) Inszenierung des Ich? Vom Selbstporträt zum „Selfie—Gott“

Das Porträt (vom Gemälde bis zum Foto) als dauerhaftes Abbild und Erinnerung des lndividuums über Zeiten und Grenzen war neben dem religiösen Bild lange die wichtigste Aufgabe der Kunst. lm Künstlerselbstporoät ist der Künstler (von Rembrandt bis Beckmann und Warhol) privilegiert bei der Gestaltung seines eigenen Konterfeis, denn er hat und behält die Kontrolle über dessen Gestaltung. Mit Entwicklung des Smartphones ist „jedermanns“ Selbstporträt/Same und seine massenhafte Verbreitung im Internet möglich. Selfies verändern die Fotografie als Medium und Kunstform und liefern eine „Illusion von Selbstkontrolle“. Im Netz entstehen neue digitale Identitäten, Privates wird öffentlich inszeniert, die Simulation der eigenen Darstellung wird zum Alltäglichen.Wie verändern sich damit Kunst, Fotografie, Gesellschaft und Identität? Gibt es bald nur noch Exhibitionisten und Voyeure? Wird das Medien-Image zum „Selfie-Gott“?

Dialogführung mit Dr: Angela Opel, Kunshistorikerin, und Olaf Stegmann, Pfarrer St Markus

15.30 Uhr: Musikalische Intonation in St. Markus mit Michael Armann, Piano, und Benjamin Bärmann, Schlagzeug
16.00 Uhr: Pinakothek der Moderne 

 


 

Ein Fernsehbeitrag über diese Kunstdialoge war 2014 in "Kirche in Bayern - das ökumenische Fernsehmagazin" zu sehen. Sie können sich den Ausschnitt auf unserer Seite "Das Ewige im Jetzt im Film" ansehen.