Wichtige Ergebnisse der Dekanatssynode vom 8. März 2022

Berichte über die Aktivitäten zur Unterstützung der geflüchteten Menschen aus der Ukraine
Stadtdekan Dr. Bernhard Liess gab einen Überblick über die Aktivitäten im Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirk München zur Unterstützung der Geflüchteten aus der Ukraine. Seit vergangener Woche finden in vielen Kirchengemeinden Gebete und Andachten statt, in denen zum Frieden aufgerufen wird. Darüber hinaus wird derzeit in der Verwaltung geklärt, ob und wie viele Wohnungen und Unterkünfte der Dekanatsbezirk der Stadt München für Geflüchtete zur Verfügung stellen könnte. In diesem Zusammenhang bittet der Stadtdekan alle Kirchengemeinden und Einrichtungen zu prüfen, ob vor Ort, beispielsweise in Gemeindehäusern, kurzfristig Wohnraum geschaffen werden könnte. In einem eingespielten Video berichtete Pfarrer Matthias Lasi, der die lutherische Partnergemeinde St. Katharina in Kiew betreut, von der Situation in Kiew und an der ukrainischen Grenze. Für die Partnergemeinde werden derzeit Spenden zur langfristigen Unterstützung gesammelt. Pfarrer Thorsten Nolting, Vorstand der Diakonie München und Oberbayern, informierte über die Hilfsangebote verschiedener Einrichtungen der Diakonie, wie etwa der Bahnhofsmission. Für Hilfesuchende und Helfende hat die Diakonie eine Infohotline, Tel. 089/12 69 915 100, eingerichtet. Zudem können unter www.diakonie-muc-obb.de wichtige Informationen und Kontakte abgerufen werden. Um die zahlreichen Informationen, Hilfsangebote und Kontakte zu bündeln, soll zeitnah im Intranet des Dekanatsbezirks ein Bereich eingerichtet werden.

Bericht des Stadtdekans
Stadtdekan Dr. Bernhard Liess berichtete über die ersten eineinhalb Jahre seiner Amtszeit. Der Dekanatsbezirk München, so der Stadtdekan, sei außerordentlich komplex und vielschichtig – nicht nur strukturell, sondern auch durch die vielfältigen Arbeitsbereiche. Die evangelische Kirche in der Region München sei eine klassische Volkskirche, die fast in allen Bereichen der Gesellschaft präsent sei. Einige dieser Felder könnten jedoch aufgrund von fehlenden personellen Ressourcen nicht so bearbeitet werden, wie es eigentlich nötig wäre. In diesem Zusammenhang fordert Liess eine Diskussion über inhaltliche Schwerpunktsetzung und Priorisierung der verschiedenen Arbeitsfelder. Dabei müsse auch in Betracht gezogen werden, Bereiche gegebenenfalls aufzugeben. Parallel dazu hinterfragte der Stadtdekan in seiner Analyse die Strukturen des Dekanatsbezirks. Sechs Prodekanate und zahlreiche Gremien machten die Entscheidungswege sehr schwerfällig und verhinderten oftmals eine konstruktive Auseinandersetzung. Deshalb regte er an, dass nach Abschluss des Landesstellenplans ein weiterer großer Prozess zur Klärung inhaltlicher und struktureller Fragen eingeleitet werden solle.

Information zur Balanced Church Card
Die Balanced Church Card (BCC) ist ein Führungsinstrument, das der strategischen und operativen Steuerung des Dekanatsbezirks dient. Die Synode legt jedes Jahr die Schwerpunkte für die BCC des kommenden Jahres fest. In der Synode gab Diakon Dietmar Frey, Referent des Stadtdekans, einen Überblick über die Ziele und Maßnahmen der Schwerpunkte 2021 und 2022, wie beispielsweise nachhaltiges Immobilienmanagement, den Landesstellenplan und die Haushaltskonsolidierung.

Kirchgeldverteilung 2021 beschlossen
Das Kirchgeld hat trotz gesunkener Mitgliederzahlen erneut einen neuen Höchststand erreicht. In der Sitzung wurde die Verteilung des Kirchgelds in Höhe von rund 2,54 Mio. Euro mit einer Verteilsumme in Höhe von rund 2,31 Mio. Euro beschlossen.
 

Berichte aus dem Dekanatsbezirk und zur aktuellen Situation:

Landesstellenplan: aktueller Stand
Stadtdekan Dr. Bernhard Liess gab einen aktuellen Bericht zur Arbeit der „Steuerungsgruppe Landesstellenplan“. Die Arbeitsgruppe soll die strategische Ausrichtung und die inhaltlichen Schwerpunkte zu den erarbeiteten Konzeptionen festlegen, die für bestimmte Arbeitsbereiche erstellt werden mussten. Alle eingereichten Konzeptionen wurden von der Gruppe für grundsätzlich gut befunden und befürwortet. Einige Anmerkungen werden in nächster Zeit dazu erfolgen. Bis Ende Juni 2022 werden nun mögliche Szenarien und Vorschläge für die Stellenverteilung erarbeitet. Im Bereich Kirchenmusik hat die Dekanatssynode in der letzten Sitzung ausführlich mit Vertretern der Landeskirche über die Stellenzuweisung für Kirchenmusiker diskutiert, die von 10 auf 8,5 Stellen reduziert werden soll. Es wurde erwogen, eine weitere Stelle bei der Landessynode zu beantragen. Stadtdekan Dr. Bernhard Liess rät nach Gesprächen mit der Landeskirche davon ab und schlägt vor, für eine zusätzliche Kirchenmusikerstelle nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten zu suchen.  

Diakonen-Stelle der Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau vorerst gesichert
Anfang 2021 gab die Landeskirche bekannt, dass aufgrund von umfangreichen Sparmaßnahmen innerhalb der ELKB auch die Diakonen-Stelle an der Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau nur noch bis Ende 2023 finanziert werden kann. Die Diakonen-Stelle ist eine Stelle im landesweiten Dienst. Um die wichtige Arbeit weiterzuführen, wurde nach alternativen Finanzierungsmodellen gesucht. Durch verschiedene Stiftungen und die Landeskirche (Erbe Elisabeth Braun) ist es nun gelungen, die Finanzierung der Stelle bis Ende 2027 zu sichern.
 

Personalien

Dr. Barbara Pühl wird neue Leiterin der Evangelischen Dienste München
Neue Leiterin der Evangelischen Dienste im Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirk München wird am 1. Juli 2022 Kirchenrätin Dr. Barbara Pühl. Die Theologin folgt auf Kirchenrat Klaus Schmucker, der die Dienststelle 22 Jahre leitete und am 31. Mai 2022 in den Ruhestand geht. Die ordinierte Pfarrerin hat seit 2017 in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern die Stabsstelle für Chancengerechtigkeit inne und leitet zudem die Fachstelle für den Umgang mit sexualisierter Gewalt. Regionalbischof Christian Kopp wird Barbara Pühl am 24. Juli 2022 um 15 Uhr in St. Markus feierlich in ihr Amt einführen.

Neuer Leiter Evangelische Telefonseelsorge: Pfarrer Michael Schaar
Von Zürich nach München: Pfarrer Michael Schaar wird ab 1. April 2022 der neue Leiter der Evangelischen Telefonseelsorge im Evangelischen Beratungszentrum München e.V. (ebz). Er folgt auf Pfarrer Norbert Ellinger, der im Oktober 2021 die evangelische Leitung der ökumenischen Beratungsstelle „Münchner Insel“ übernommen hat. Michael Schaar ist in Zürich, Schweiz, Leiter des Pilgerzentrum St. Jakob Zürich und als Pfarrer an der reformierten Citykirche „Offener St. Jakob“ tätig. Darüber hinaus ist er gewähltes Mitglied des Kirchengemeindeparlaments der reformierten Kirchengemeinde Zürich für den „Kirchenkreis vier fünf“. Der 44-jährige Pfarrer wird in einem festlichen Gottesdienst am Freitag, 6. Mai 2022, um 15 Uhr von Kirchenrat Klaus Schmucker, Leiter der Evangelischen Dienste München, in St. Matthäus in sein Amt eingeführt.

Neuer Leiter des Evangelischen Migrationszentrums: Pfarrer Dr. Gottfried Rösch
Das Migrationszentrum ist ein stadtteilbezogenes Bildungs-, Kultur- und Begegnungszentrum für über 50 Nationalitäten. Neuer Leiter des Evangelischen Migrationszentrums im Griechischen Haus wird Pfarrer Dr. Gottfried Rösch. Er folgt auf Constantinos Gianacacos, der Ende 2021 in den Ruhestand ging. Gottfried Rösch leitet seit 2018 das Referat Mission Interkulturell (MI) bei Mission EineWelt in Neuendettelsau. Der 56-jährige Pfarrer wird am Freitag, 29. April 2022, um 14 Uhr in der Auferstehungskirche von Kirchenrat Klaus Schmucker, Leiter der Evangelischen Dienste München, in einem festlichen Gottesdienst in sein Amt eingeführt.

Die Mitteilungen des Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirks München können auch über die Website www.muenchen-evangelisch.de oder im Intranet des Dekanatsbezirks München unter der Rubrik „Dekanatssynode“ abgerufen werden.

Rückfragen bitte an:
Gabriele März
Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit