Kinder in unseren Gottesdiensten

Kennen Sie das?

Sie gehen mit Ihren kleinen Kindern in den Gottesdienst und nach dem zweiten oder dritten Lied, kurz vor der Predigt, auf die Sie sich so gefreut haben, gehen Ihren Kindern die Konzentration und Ihnen die Ideen für eine stille Beschäftigung aus. Stress. Blicke. Die Kinder werden noch unruhiger. Noch mehr Stress. Noch mehr Blicke…

Oder kennen Sie das?

Seit langem haben Sie sich auf diesen Gottesdienst und die Predigt gefreut. Und nun sind da diese Kinder, die einfach nicht still sein können…

Die gleiche Situation aus zwei Blickwinkeln. Unlösbar?

Nein. Das sagte mir mein Gefühl als Vater von zwei, manchmal auch im Gottesdienst sehr lebendigen, Kindern. Nein, nicht unlösbar meinte auch der Kirchenvorstand, der sich intensiv mit dieser Frage beschäftigte. Nach Beratungen in einer eigenen Arbeitsgruppe und in der Runde der hauptamtlichen Mitarbeitenden war schnell klar:

Wir in St. Markus wollen Sie als Eltern mit ihren Kindern in unseren Gottesdiensten haben!

Damit dies gelingen kann, hat St. Markus im hinteren Teil der Kirche eine neue „"Kinderecke" eingerichtet, damit Eltern und ihre Kinder nicht gezwungen sind, die Kirche während des Gottesdienstes zu verlassen. Aus diesem Grund kamen andere, v.a. technische Lösungen in anderen Räumen, für den Kirchenvorstand nicht nur aus praktischen, sondern insbesondere auch aus inhaltlichen und gemeindepädagogischen Gründen nicht in Frage.

Kann das Gelingen? Ja - mit Toleranz!

Foto (c) H.BraunFoto (c) H.Braun

Die neue "Kinderecke" hält verschiedenes Material bereit, mit dem sich Ihre Kinder beschäftigen können: Etwas zum Malen, Rätseln, Lesen und Spielen.

Uns ist bewusst, dass die Kinder auch in dieser Kinderecke nicht schweigen werden. Das sollen sie auch nicht. Wir sind uns sicher, dass die Sachen den Kindern helfen, sich einigermaßen ruhig zu beschäftigen und Sie als Eltern Ihre Kinder darin unterstützen und sich ggf. direkt daneben hinsetzen können. Toleranz heißt hier, die Kinderecke zu nutzen.

Uns ist bewusst, dass man die Kinder v.a. im hinteren Teil der Kirche hören wird. Aber unsere Kirche braucht in 15 bis 20 Jahren junge Menschen, die sich für sie einsetzen und sie wertschätzen. Der Keim dazu wird in den Kinderjahren, also heute, gelegt. Aber nur dann, wenn Kinder und Familien sich willkommen fühlen. Wir sind uns sicher, dass man im vorderen Teil der Kirche nur sehr wenig von den Kindern in der Kinderecke mitbekommen wird und Sie dort dem Gottesdienst ungestört folgen können. Toleranz heißt hier, sich den passenden Platz zu suchen.

Ihr Diakon Harald Braun.

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